Das Photo oben zeigt übrigens ein historisches Rennmotorrad, eine Excelsior von irgendwann um 1930 beim Classic Grand Prix in Schotten, 2007. Das Bild ist von mir, wer‘s also klaut...! Es ist hier insofern von Belang, als dass der geneigte Leser bitte entscheiden soll, ob der Fahrer gleich nach rechts umfällt oder nicht.
 
...geradezu gezwungen dem Image zu entsprechen, dass die Öffentlichkeit von einem haben muss. Manchmal fragt man sich allerdings auch, ob einige Menschen, insbesondere Fahrer von mehr-als-dreirädrigen Kraftfahrzeugen, nur  situativ handeln können. Soll heißen: Ihr Gedächtnis reicht ca. 0,02 Millisekunden zurück und sie können daher Situationen nur fast-statisch auf der Basis der brand-aktuellen Situation beurteilen. Sie erleben quasi die Welt nicht als Film sondern als Foto-Roman.
Jetzt fragt sich der geneigte Leser natürlich, was will uns der Hötting damit sagen? - Nun, ganz einfach, er hat sich mal wieder etwas gewundert!
Da bin ich nun mit meinem Motorrad auf der Autobahn unterwegs, um von der Arbeit nach Hause zu fahren. In Gedanken über den vergangenen Arbeitstag und daran denkend, dass ich vergessen habe, den Abwesenheitsassistenten meines Mail-Programms einzuschalten, da ich einige Tage Urlaub habe. Ich muss mich also von zu Hause nochmal einloggen und... Halt! Darum ging‘s hier nicht!
Also, in Gedanken unterwegs nach Hause, da fahre ich nicht so schnell. Darf ich auch nicht, denn man soll nur 130 fahren. Da halte ich mich ja normalerweise dran. Das ist der untaugliche Versuch, das Image der Moppedtreiber zu verbessern.
Jetzt kommt es zu fünf, offensichtlich einzeln zu betrachtenden Situationen:
Erste Situation:  Ich fahre links auf der Autobahn, ca. 130, und habe gerade einen LKW überholt. Hinter mir taucht ein schneller Sprinter auf. Ca. 160. Viel zu schnell, aber: sein Führerschein, sein Problem. Rechts ist eine Lücke, da lasse ich den gern vorbei. Ich fahre also nach rechts.
Zweite Situation: Ich fahr rechts, ca. 100 Meter vor mir ein LKW, da es bergauf geht, ist der recht langsam. Ich will ihn also überholen und wechsle nach links. Vor mir ein schneller Sprinter, schneller als ich, ca. 160. Viel zu schnell, aber: sein Führerschein, sein Problem.
Dritte Situation: Ein schneller Sprinter sieht einen einzelnen Scheinwerfer plötzlich hinter sich im Spiegel auftauchen. Ah! Ein schnelles Motorrad. Das sind alles gnadenlose Heizer, aber: „Sein Führerschein, sein Problem. Rechts ist eine Lücke, da lasse ich den gern vorbei! Zudem rette ich sein Leben, denn der fährt mir sonst unangespitzt, absichtlich und ungebremst mit ca. 280 Sachen hinten rein! Kam ja gestern noch auf VOX, dass die Motorradfahrer...“ Der Sprinter fährt also nach rechts.
Vierte Situation: Ich fahre links. Mit 130. Rechts vor mir ein schneller Sprinter. Ca. 160. Viel zu schnell, aber: sein Führerschein, sein Problem. Der scheint darauf zu warten, dass ich ihn überhole. Er ist aber schneller als ich... Er rast auf einen vor ihm fahrenden LKW zu und der Abstand wird immer kleiner. Ich vermute, dass der Sprinterfahrer, die Geschwindigkeit nicht abschätzen kann, weil er das Leben nicht als Film sondern als Foto-Roman erlebt. Um sein Leben zu retten - er fährt sonst unangespitzt, absichtlich und ungebremst mit ca. 160 Sachen dem LKW hinten rein. Kam je vorgestern noch auf RTL2, dass die Sprinterfahrer... - beschleunige ich, um ihn zu überholen.
Fünfte Situation: Ich fahre links, nachdem ich wieder die vorschriftsmäßige Geschwindigkeit von 130 erreicht habe, und habe gerade einen Sprinter und einen LKW überholt. Hinter mir taucht ein schneller Sprinter auf. Ca. 160. Viel zu schnell, aber: sein Führerschein, sein Problem. Rechts ist eine Lücke, da lasse ich den gern vorbei. Ich fahre also nach rechts.
 
Wie‘s wohl weiter geht?
11. Juni 2009
Teilweise ist man als Motorrad-Fahrer...
Teilweise...